ZWISCHEN RÄUMEN

Gerahmte Nähe

Meine Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Zeigen und Verbergen –  zwischen Innen und Außen, Nähe und Distanz. Mit Malerei, räumlichem Cut-out und Text untersuche ich Übergänge: Situationen, in denen etwas spürbar wird, ohne sich festzulegen.

Mich interessieren Momente, in denen Wahrnehmung kippt, sich verdichtet oder zurückzieht. Diese Übergänge verstehe ich auch als Beziehungsräume: zwischen Menschen, Dingen und Situationen.

Meine Arbeiten entstehen nicht auf ein abgeschlossenes Ergebnis hin, sondern in fortlaufenden Prozessen. Motive und Formen tauchen wieder auf, verschieben sich, verändern ihren Zusammenhang. Jedes Werk ist eine Momentaufnahme innerhalb einer Bewegung, die sich fortsetzt.

Eine zentrale Rolle spielt die Traumarbeit. Den Traumtexten ordne ich gemalte Tierporträts zu, die Stimmungen, Spannungen und Rollen gestalten. Die Tiere treten als eigenständige Gegenüber auf. In der Überlagerung von Bild und Text entstehen Spannungsräume, in denen Bedeutung nicht festgeschrieben wird.

Die Serie Kartierung der Innenwelt umfasst mittlerweile über 1500 Papierarbeiten und Texte. Ein Referenzsystem aus 28 Begriffsfeldern durchzieht die Sammlung. Es markiert Wiederholungen und Verschiebungen, ohne sie zu fixieren. Eine komplette Serie aus 28 Arbeiten erscheint als Buch: Kartierung der Innenwelt. Ein weiterer Teil wird auf der zugehörigen Website in einem Referenzsystem aus 28 Begriffsfeldern weitergeführt: www.kartierung-der-innenwelt.de

Auch in meinen Malereien stehen Übergangsräume im Mittelpunkt – Treppenhäuser, Balkone, Zäune. Orte, an denen Nähe und Distanz zugleich wirksam sind. In der räumlichen Werkgruppe (un)gated werden metallene Zaunstrukturen in weiches Material übersetzt; die Form bleibt lesbar, verliert jedoch ihre Härte.

In der Werkgruppe (un)gated werden metallene Grenzstrukturen in weiches Material übersetzt; die Form bleibt erkennbar und verändert zugleich ihre Wirkung.

In ortsbezogenen Arbeiten wie ZAUNKÖRPER, EINANDER oder  UNTERTON steht weniger das Objekt als die Beziehung im Zentrum: zwischen Werk, Raum und Betrachtenden.

Meine Arbeiten geben keine Antworten.
Sie halten Zustände aus und machen ihre Dynamik sichtbar.

Ina Geißler

 

 

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