Ina Geißler


EUNOMIA

Statement Ina Geißler

zur Ausstellung mit Axel Anklam, Galerie Wagner+ Partner, Berlin, 20.1.-3.3.2012

Eunomia bedeutet soviel wie „gute Ordnung“ und ist eine weibliche Gottheit in der griechischen Mythologie, die den Frieden hütet. Nach ihr ist einer der größten Asteroiden des Hauptgürtels im Sonnensystem benannt.

Eunomia verweist für mich weniger auf das Festhalten an Regeln als auf eine andauernde Neuordnung und ein bestädiges Kombinieren von scheinbar Unvereinbarem. Somit geht es nicht um eine finale, „gemeißelte“ Version einer Arbeit, sondern um einen Prozess, der alles als jederzeit verändert wahrnehmbar definiert.
Die heutige Überlagerung einer Vielzahl von semiotischen Appellen verschmilzt zu einer undefinierbaren Projektionsfläche aus unendlich vielen Möglichkeiten. Die Überforderung des Blickes führt zu einem nach innen gerichteten Blick des Betrachters, der das Außen nicht mehr wirklich zu einem Ganzen fügen kann.

Die Serie „Broken Signs“ sind großformatige Malereien in Eitempera auf Leinwand. Ich fange hier die sich im Raum abzeichnenden Lichtreflexe einer sich drehenden Diskokugel ein. Es entstehen dynamische Bildsphären, in denen sich die Eindrücke des Umgebenseins und des Konfrontiertseins miteinander vereinen.
Den konvex oder konkav lesbaren Raum löse ich zugleich wieder auf durch die vielfache Überlagerung von Farben und Formen, Einsichten zulassende oder hervorspringende Gucklöcher, vertikale Gitter oder horizontale Unterbrechungen.

Innen und Außen, Davor und Dahinter, Oben und Unten werden miteinander verschränkt und zu teils transparent gemalten „Bündeln aus Umraum“ verwoben.